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Rosenows Zwillinge 2Warum Babys weinen

Das Schreien oder Weinen ist das Ausdrucksmittel des Babys. Es teilt auf diesem Wege mit, dass es hungrig oder durstig ist, dass es sich einsam oder nicht sicher fühlt, dass es Schmerzen hat oder unter einer unverarbeiteten Belastung leidet.

Bei den Erwachsenen löst das Schreien eine unmittelbare Reaktion hervor: Gehirnareale, die auch bei Verlust und Kummer angesprochen werden, sind aktiv und sorgen so für eine entsprechende Handlung der Betreuungsperson, zum Beispiel auf den Arm nehmen.

Reagiert die Betreuungsperson unmittelbar und das Baby beruhigt sich, festigt sich die Bindung zwischen beiden. Bei Kindern, die exzessiv schreien, so genannten Schreikindern, kann dieser Prozess auf diesem Wege nicht ablaufen. Das Baby schreit, die Eltern reagieren mit einem Beruhigungsangebot, aber das Kind schreit weiter. Die Eltern geraten in Stress, denn ihr Engagement wird nicht belohnt. Statt dessen bleibt eher ein Gefühl von fehlender Kompetenz, oft gekoppelt mit Ohnmacht, Wut oder Trauer.

Wie lange ein Kind täglich schreit ist dabei unerheblich. Es gibt eine offizielle Regel für die Definition eines Schreikindes: die Dreierregel nach Wessel. Diese besagt, dass ein Kind, dass mehr als drei Stunden täglich, mehr als drei Tage pro Woche und dies in wenigstens drei Wochen am Stück schreit, als Schreikind zu bezeichnen ist.

Viel wichtiger als diese Definition ist das persönliche Empfinden der Eltern. Sobald sich die Eltern mit dem Schreien hilflos und überfordert fühlen oder sich negative Gedanken als Ausdruck der Überlastung einstellen, sollten sich die Eltern Hilfe holen.

Leitung: Johanna Otte